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Oberarzt Dr. Dirk Bierkamp-Christophersen und sein Team betreuen Kinder und Jugendliche mit Diabetes

Bierkamp

Dr. Dirk Bierkamp-Christophersen (52) ist Facharzt für Pädiatrie (Kinderheilkunde) und spezialisiert auf Kinderdiabetologie und -endokrinologie (Lehre von den Hormonen). Er hat in Göttingen Medizin studiert und absolvierte seine Ausbildung am Zentralklinikum Bremen-Mitte. Vor seinem Wechsel ans Marien-Hospital war Dr. Bierkamp-Christophersen 16 Jahre lang am St. Agnes-Hospital in Bocholt tätig. Dort baute der Oberarzt die Endokrinologie auf und entwickelte die Diabetologie weiter.
Schon in Bremen wurde Dr. Bierkamp-Christophersen mit der Diabetologie vertraut. Die Langzeitbetreuung, der Umgang mit Familien, die stetige medizinische Weiterentwicklung auf diesem Gebiet und die Arbeit im Team machen für den 52-Jährigen den Reiz seines Betätigungsfeldes aus. Sein Wissen und seine Erfahrung sind mehr denn je gefragt: „In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Kinder mit Diabetes verdoppelt“, weiß er. Die Ursache dafür ist nicht bekannt. Am wahrscheinlichsten ist eine Kombination aus erblichen Anlagen und Umweltfaktoren. Sicher ist: An Ernährungsfehlern – zum Beispiel zu vielen Süßigkeiten – liegt es nicht.

Insulin fehlt
Kinder und Jugendliche haben in der Regel den Typ 1 Diabetes. Erste Symptome sind häufiges Wasserlassen, großer Durst, Gewichtsabnahme und Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Bei dieser Stoffwechselstörung wird das lebensnotwendige körpereigene Hormon Insulin, das den Blutzucker reguliert, in der Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar nicht gebildet. Die Kinder benötigen eine lebenslange Behandlung mit täglich mehrfachen Insulingaben. Der sehr viel häufigere Typ 2 Diabetes tritt vorrangig bei übergewichtigen Erwachsenen auf, aber auch junge Leute können daran erkranken.
Beim Typ 1 muss die Insulinmenge mit der Nahrung abgestimmt werden. Dabei kommt es auf den richtigen Zeitpunkt, die passende Menge und die Zusammensetzung an. Das setzt gute Kenntnisse voraus, denn nur Nahrungsmittel, die Kohlenhydrate enthalten, erhöhen den Blutzucker (Nudeln, Müsli, Kartoffeln, Reis, Obst, Milch, Joghurt). Bei körperlicher Anstrengung kann der Blutzucker sinken. Deshalb kontrollieren Kinder ihren Blutzucker vor dem Sportunterricht und essen gegebenenfalls zusätzlich etwas. Größte gesundheitliche Gefahr beim Typ 1 Diabetes ist eine Unterzuckerung. Die Symptome reichen von Müdigkeit, Schwäche und Blässe über Sehstörungen und plötzlicher Wesensänderung bis hin zur Bewusstlosigkeit (was sehr selten vorkommt).

Aufbau eines Zentrums
Dr. Bierkamp-Christophersen möchte am Marien-Hospital ein Schulungs- und Behandlungszentrum für Typ 1 Diabetes einrichten, entsprechend den Richtlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Dazu zählt nach Diagnosestellung eine stationäre Schulung zu unterschiedlichen Aspekten von der Ernährung bis hin zu akuten Komplikationen. Damit das Kind gut integriert bleibt, wird der neue Oberarzt auf Wunsch der Eltern auch den engen Kontakt zu Lehrern und Erziehern suchen.

Dr. Bierkamp-Christophersen wird bei sämtlichen Belangen der ambulanten und stationären Diabetes-Schulung, bei der ambulanten mobilen Versorgung der jungen Diabetes-Patienten und bei der Diabetes-Beratung in Schulen und Kindergärten von einem sehr erfahrenen und gut eingespielten Team unterstützt. Es besteht aus den speziell ausgebildeten Diabetes-Beraterinnen Ingrid Bennemann, Sandra Herzog und Claudia Schüttel.

Wesentlicher Aspekt der Betreuung ist die Arbeit im multidisziplinären Team. Dazu ist das Zentrum für Kinder und Jugendlich am Marien-Hospital mit stationären Einheiten, Spezialambulanzen und Sozialpädiatrischem Zentrum (SPZ) hervorragend aufgestellt. Junge Patienten mit Diabetes stellen sich wenigstens alle drei Monate vor, um die Diabeteseinstellung zu überprüfen. Sie werden von den Diabetes-Beraterinnen geschult, und die Familien haben die Möglichkeit, Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit der chronischen Erkrankung ihres Kindes  zu besprechen. Hinzu kommt eine sozialrechtliche Beratung.

Die Angst nehmen
Das Ziel seiner Arbeit beschreibt Dr. Bierkamp-Christophersen so: „Die Patienten und ihre Angehörigen sollen sich gut informiert und betreut fühlen, so dass sie angstfrei mit der Erkrankung leben können.“
Ein weiteres Feld seiner Tätigkeit am Marien-Hospital ist die Endokrinologie. Hier geht es um Störungsbilder der Hormone: Wachstumsstörungen (Kleinwuchs / Hochwuchs), Pubertätsstörungen, Funktionsstörungen von Schilddrüse und Nebenniere.

„Wir sind froh, mit Herrn Dr. Bierkamp-Christophersen einen überregional anerkannten Fachmann gewonnen zu haben“, betont Robert Dahmen, stv. Geschäftsführer des Marien-Hospitals. „Mit seinem Fachwissen ist es uns möglich, das breite Leistungsspektrum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin weiter zu stärken – eine ideale Ergänzung unseres Angebots.“ 

Wesel, 23. August 2016

Das Team: Dr. Dirk Bierkamp-Christophersen mit den Diabetes-Beraterinnen Sandra Herzog, Claudia Schüttel und Ingrid Bennemann (v.l.).