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Interview zur Grippezeit mit Dr. Matthias Ernst, Oberarzt und verantwortlicher Pneumologe in der Klinik für Innere Medizin I

Dr. Ernst

Bleiben wir bei der „echten“ Grippe: Wie wird sie übertragen?
Dr. Ernst: Hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, also Niesen oder Husten. Aber auch durch Handkontakt, Türklinken und Gegenstände, die bereits mit dem Virus besiedelt sind, ist eine Übertragung möglich. Durch die Schleimhäute dringen die Viren dann in den Körper ein. Das geschieht, wenn man sich zum Beispiel die Augen reibt oder Mund und Nase berührt. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage. Wer die Grippe überstanden hat, kann danach trotzdem noch eine Woche oder länger Überträger sein.

Was sind die Anzeichen für eine Grippe?
Dr. Ernst: Ein plötzliches Krankheitsgefühl mit Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten. Dazu kommen oft Kopf- und Gliederschmerzen, eventuell auch Rückenschmerzen. Eine Besserung setzt dann meist nach fünf bis sieben Tagen ein.

Kann es auch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen?
Dr. Ernst: Grundsätzlich ist zu sagen: Eine Grippe kann schwerwiegend verlaufen, meist verläuft sie aber mild. In schweren Fällen kann es zur Lungen- oder Mittelohrentzündung kommen, selten sind Entzündungen von Herz und Gehirn, ganz selten Todesfälle.

Wer ist besonders anfällig für eine Grippe?
Dr. Ernst: Senioren, Schwangere und chronisch Kranke.

Wie lässt sich eine Grippe behandeln?
Dr. Ernst: Indem man die Symptome behandelt, also zum Beispiel das Fieber senkt. In Einzelfällen werden auch spezifische Medikamente vom Arzt verordnet, die dann möglichst binnen 48 Stunden einzunehmen sind.

Was lässt sich vorbeugend tun?
Dr. Ernst: Den genannten Risikogruppen ist die jährliche Grippeimpfung ab Oktober zu empfehlen. Auch wer im Gesundheitswesen arbeitet oder da, wo viel Publikumsverkehr ist, sollte sich impfen lassen. Grundsätzlich gilt: immer gut die Hände waschen und Händeschütteln vermeiden. Während der Grippezeit sollte man auf Abstand zu Niesenden und Hustenden achten, keinen engen Kontakt zu Erkrankten halten und die Schleimhäute nicht berühren.

Wesel, 20. Januar 2016