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Marien-Hospital setzt künstliche Hüften nach einem neuen muskelschonenden Verfahren ein

Hüfte

Beim Einsatz von künstlichen Hüftgelenken setzt das Marien-Hospital als einzige Klinik in der Region Niederrhein / Ruhrgebiet auf ein neues Verfahren, das deutliche Vorteile für die Patienten hat: „Sie sind schneller wieder auf den Beinen und haben weniger Schmerzen als bei der herkömmlichen Methode“, sagt Dr. Levent Özokyay, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Clou der in Frankreich entwickelten Technik mit dem Namen AMIS ist, dass bei der Implantation der Hüftprothese die Muskulatur des Patienten komplett geschont wird. Der Operateur nutzt einen muskelfreien Spalt am seitlichen vorderen Hüftgelenk, den jeder Mensch von Natur aus hat, um die Prothese einzusetzen. Dies geschieht über einen Hautschnitt, der acht Zentimeter lang und damit kürzer als üblich ist.

Entscheidend für den muskelschonenden Eingriff ist, dass die komplette Operation in Rückenlage erfolgen kann und der Patient nicht auf die Seite gedreht werden muss. Zu diesem Zweck wird das Bein so auf einem Spezialschlitten eingespannt, dass der Arzt es während der OP noch drehen kann, um das künstliche Gelenk und die medizinischen Apparate durch den schmalen Spalt einzuführen, ohne Muskelgewebe zu verletzen.

Krücken nur an den ersten Tagen – wenn überhaupt

„Ein solcher Eingriff dauert in der Regel 45 Minuten, während es sonst 60 bis 70 sind“, sagt Dr. Özokyay. Er nennt weitere Vorteile von AMIS: Der Patient kann schon kurz nach der Operation das Bett verlassen, so dass sich die Verweildauer im Krankenhaus von im Schnitt elf auf sieben Tage verringert; statt sechs Wochen geht der Patient gar nicht oder nur an den ersten Tagen auf Krücken; während der Operation ist der Blutverlust geringer, weil kein Muskel durchtrennt wird; der Patient hat nach der Implantation des Hüftgelenks weniger Schmerzen, und innere Wunden verheilen deutlich schneller.

Das Verfahren ist für alle Patienten geeignet, unabhängig von Alter, Körperbau und Zustand der Gelenke – also auch bei Arthrose und Oberschenkelhalsbruch, der nach den Worten von Dr. Özokyay gerade im Alter ab etwa 65 Jahren meist nicht gut verheilt, so dass es oft auf einen Hüftersatz hinausläuft.

Nach den ersten Operationen waren die Reaktionen der Patienten und die medizinischen Ergebnisse so überzeugend, dass der Chefarzt ab sofort alle künstlichen Hüftgelenke nach dem neuen OP-Verfahren implantieren wird. Dr. Özokyay und Dipl.-med. Olaf Schmidt, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, wurden intensiv darin ausgebildet und geschult. „Damit hat das Marien-Hospital ein Alleinstellungsmerkmal in der Versorgung mit Hüftprothesen, von dem unsere Patienten sehr profitieren“, unterstreicht der Chefarzt.

Schmerzmittel nur gelegentlich – und dann in geringen Mengen

Zu diesen Patienten gehörte auch der Weseler. Seine Operation liegt nun knapp fünf Wochen zurück, und er ist mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden „Zudem bin ich glücklich, dass meine Beine nun wieder gleich lang sind. Und die Narbe ist schön klein“, sagt er. Schmerzmittel nimmt er nicht mehr regelmäßig, sondern nur gelegentlich nach starker Belastung der Hüfte, und dann auch nur in geringen Mengen. Der nächste Routine-Termin bei Chefarzt Dr. Özokyay steht in etwa sechs Wochen an – zur Röntgenkontrolle.  

Wesel, 01. September 2015