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Zusammenführung für eine leistungsstarke Geburtshilfe in der Region

Geburt In der Gynäkologie / Geburtshilfe des St. Willibrord-Spitals Emmerich sind derzeit neun Ärzte, 27 Mitarbeiter im Pflegedienst, zwei Arzthelferinnen und eine Mitarbeiterin im Wirtschafts- und Versorgungsdienst beschäftigt. 17 selbstständige Beleghebammen sind für das St. Willibrord-Spital tätig. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung werden Arbeitsplätze im St. Willibrord-Spital, im Marien-Hospital Wesel und in den weiteren Einrichtungen der pro homine angeboten.

Zu wenig Geburten
Um eine Geburtsstation kostendeckend betreiben zu können, sind mehr als 500 Geburten im Jahr erforderlich. Im St. Willibrord-Spital wurde diese Marke zuletzt nicht mehr erreicht: Die Zahl der Neugeborenen betrug 502 in 2014, 475 in 2015 und liegt aktuell (Stichtag: 05. Dezember 2016) bei 422, so dass die Marke von 500 bis Jahresende erneut verfehlt werden wird. Im Vergleich erblickten 2015 im Marien-Hospital 912 Kinder das Licht der Welt und damit 33 Kinder mehr als im Vergleichsjahr 2014 (879). Damit entwickelt sich das Marien-Hospital gegen den bundesweit rückläufigen Trend der Geburtenzahlen.

Bundesweiter Trend
Im Emmericher Krankenhaus setzt sich dagegen eine Entwicklung fort, von der viele deutsche Krankenhäuser betroffen sind: Die Kosten decken nicht mehr die Ausgaben für eine geburtshilfliche Abteilung. Die Folge: Seit 1991 wurden 40 Prozent der Kreißsäle in Deutschland geschlossen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes geht die Zahl der Geburtskliniken auch in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich zurück. Lag sie 2011 noch bei 190, waren es 2015 noch 172.

Gesetzliche Vorgaben
Aufgrund gesetzlicher Vorgaben sind geburtshilfliche Abteilungen sehr personalintensiv und damit teuer. So ist rund um die Uhr ein Bereitschaftsdienst von Fachärzten (Gynäkologen, Anästhesisten), Pflegekräften und Hebammen zu gewährleisten, um z.B. die Vorgabe für einen Not-Kaiserschnitt, der binnen acht Minuten erfolgen muss, jederzeit erfüllen zu können. Außerdem sind Räume und medizinische Geräte für eine gute Versorgung vorzuhalten – 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche, weil eine Geburt nicht planbar ist.

Zu geringe Vergütung
Von den Krankenkassen bekommt jede Klinik pro Geburt für die Versorgung von Mutter und Kind rund 2.500 Euro vergütet. Davon müssen sämtliche ärztlichen und pflegerischen Leistungen finanziert werden: von der Unterbringung der Mutter über die Geburt bis zur Erstuntersuchung des neugeborenen Kindes. Die Kosten dafür sind erheblich höher, so dass das Krankenhaus eine Finanzierungslücke aus eigenen Mitteln schließen muss. Hinzu kommt in Emmerich, dass die räumlichen Voraussetzungen der Abteilung aufgrund der alten Bausubstanz nicht mehr zeitgemäß sind und hohe Investitionen erforderlich wären, um sie auf den heutigen Standard zu bringen – sowohl in der Zimmerausstattung als auch energetisch.

Chefarzt wechselt
Die Geburtshilfe im St. Willibrord-Spital ist seit Januar 1997 eng mit dem Namen Antoni Wallner verbunden, der die Abteilung seit Dezember 2005 als Chefarzt führt und in dieser Funktion pro Jahr überdurchschnittlich viele Rufbereitschaftsdienste durchführt. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Chefarzt Dr. med. Matthias Imach am Marien-Hospital Wesel wird Herr Wallner dort die Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe übernehmen.

Emmerich / Wesel, 14. Dezember 2016